(Soli & )die Nacht vor Hagibis und die Deutschen

Nebenan war eine CHinesische Geburtstagsparty, Wir waren nicht eingeladen, Nils , Ich, SOli der neue. Irgendwann kamen Min und Sally dazu. Dann kam Wqaldemar. Den ganzen Abend über QUatsch gemacht, musik gehört über Solis Lautsprecher, viel Beats, gute Musik. Dann hat Lars uns die Karten gelegt. Meine Karten? SOli ist ein warmer, schlauer junger Mann. Studiert Japanisch und Deutsch, war in Österreich und ist sehr sportlich. hat sich in Nagoya ein Fahrrad gekauft, ist damit zurück geradelt. Aus Montana, klettert. Jeder lässt jeden ausreden, alle sind lustig und warm und herzlich. Bis auf den deutschen, der ist zwar nett, weiß aber nicht, wie das geht. Lars erklärt POker, typ stellt garstige Zwischefragen (um interesse zu zeigen?) bis sein Tonfall Lars so irritiert, das der sich verhaspelt und anfängt sich selnbst zu korrigieren. Daraufhin der Deutsche, ganz ernst: „Maybe you should think about the rules first, befor trying to explain them!“ W ist übrigens Programmierer und gefällt sich selbst in der ROlle ständig gegenfragen zu stellen, statt zuzuhören und die DInge aus dem Kontext zu deuten. Er ist sehr stolz darauf, das er so ist. Betont, dass er niemals für jemadnen arbeoten könnte, der ihm sein System aufzwängt. Ichf rage ihn, wie er denn reagieren würde, wenn eine Software firma ein fertiges >Framework hat IN DAS ER SICH einarbeiten muss, er meint, das wäre ja ineffizient, sich zwei Monate in fremder Leute arbeit einarbeiten zu müssen. Ich verliere schnell das interesse an einem weiteren Gespräch mit ihm.Aber dann kommt Felix dazu, der Geist von Yamasa. Ist frelancer, auch entwickler, arbeitet an namhaften Sachen, lebt sein2,5 Jahren im DOrm, redet nur mit den Lehrern und auch nur auf Japanisch, weiß nicht wie gut. Fühlt sich für Yamasa und Japan und die Lehrer verantwortlich, aber nicht fürseine Mitmendschen (komisches deutsches Mädchen.)….Das Mädchen, Sally und die Nacht.

Lorenzo & Fabrizio

Beim Eintritt in die JAL Maschine begrüßen und drei adrette Damen und ein nicht gerade asiatisch aussehender, hochgewachsener Mann mit Verbeugungen und einem dreihundertfach herausgeträllertem „Irrashaimase!!“, was soviel wie „Willkommen!“ bedeutet. Ich verstaue mein Gepäck, fummele natürlich viel zu lange herum bis ich mein Kinderzimmer (Buch, Malblock, Stifte, Kopfhörer, Musik) aus meinem Rucksack extrahiert und auf meinem Platz drapiert habe und verbeuge mich, schuldbewusst „Sumimasen“ murmelnd, vor den Wartenden im Gang, bevor ich mich an meinem Sitznachbarn vorbei an meinen Fensterplatz (Tausend Dank, liebe Reisefee Mehtap <3) hieve. Ich mustere den Mann zu meiner Linken und stelle fest, daß es einer der zwei Rätselhaften aus dem Wartebereich ist. Mit verschlossenem Gesicht starrt er auf den Vordersitz. Meine Anwesenheit ist ihm offensichtlich unangenehm. Die ganze Situation scheint ihm unbehaglich zu sein. Ich unterstelle ihm eine Mischung aus Scheu und Flugangst und beschließe, ihn bei Zeiten auf die Phantasiesprache anzusprechen, in der er mit seinem Freund gesprochen hatte.

Drei Prinzessinnen und zwei Fragezeichen

Der Wartebereich von Japan Airlines unterscheidet sich nicht wesentlich von dem anderer Anbieter: Stille Reisende tippen auf ihren Handys herum, andere lesen Zeitung, vereinzelt tuscheln Paare, über ihre Reiseplanung gebeugt, um dann wieder in minutenlanges Schweigen zu verfallen. Wer noch circa 14 gemeinsame Flugstunden vor sich hat, wird vielleicht ganz automatisch erstmal sparsam mit den saftigen Themen. Lonely Planets sehe ich keine. Einen Backpack mit Dreadlocks mache ich aus, aber die junge Frau umweht der Wind der ersten großen Reise. Die Gymnasial-Augen sind rund und abiturfarben, die Dreads sind kurz und gepflegt zu einem strengen Zopf zurückgebunden. Sie hält sich an den Riemen ihres Rucksacks fest und ließt alle drei Minuten ihren Boarding Pass durch. Einen Unterschied zu anderen Wartebereichen mache ich dann doch aus: Es gibt hier einen unverschämt weitläufigen Spielplatz. Eine junge Japanische Mutter setzt ihre zwei Kinder aus, eine andere Mutter tut es ihr gleich und wie auf Knopfdruck purzeln drei winzige, pausbäckige Frottee-Prinzessinnen unter quakigem Geschrei durch die Halle in Richtung Klettergerüst. Bevor sie das Spielplatzmäuerchen überwinden halten sie inne und ziehen mit ernsten Gesichtern ihre Glitzersneaker aus. Dann setzen sie sich pflichtbeflissen hin, heben ihre Schuhe an und drehen sie feinsäuberlich um, für später, wenn sie zum Boarding wieder hineinschlüpfen werden müssen. Die jungen Mütter streifen ebenfalls Ihre Schuhe ab, drehen sie ordentlich um und steigen mit in die Arena. Der wunderbare japanische Brauch, auch im halböffentlichen Raum die Schuhe auszuziehen, in Aktion. Nicht nur Spielplätze in deutschen Flughäfen werden so zu unverhofften Inseln der Gemütlichkeit – Hotelkomplexe, Studentenheime und ganze Schulgebäude bekommen eine ganz besondere, menschenfreundliche Würde verliehen, wenn die äußere Welt an unseren Schuhsohlen im „Genkan“, dem traditionellen Windfang japanischer Häuser, zurückgelassen wird. Die kulturelle Wichtigkeit von Uchi und Soto, dem Drinnen und dem Draußen manifestiert sich nirgendwo sichtbarer als in dieser kleinen Alltagsgeste, die schon den Kleinsten als vielleicht wichtigste Hausregel mitgegeben wird. Ich setze mich zu ihnen, ziehe die Schuhe aus und verstecke mich hinter meiner Japankarte, um die zwei jungen Männer genauer beobachten zu können, die in meiner unmittelbaren Nähe stehen. Sie sehen sehr japanisch aus, aber ihr auffällig lässiger Habitus, die Sparsamkeit ihrer Bewegungen und ihre achtlos zusammengestellten Outfits lassen mich zweifeln. An ihren Rucksäcken baumeln Namensschilder: „Watanabe“ kann ich entziffern, in lateinischen Buchstaben. Japanischer geht es kaum, ich bin erstaunt und versuche zu lauschen. Ich verstehe buchstäblich kein Wort – ich kann die Sprache nicht mal zuordnen. Ein säuselndes Nuscheln, ein mehliges Kauen, nie im Leben ist das japanisch. Das Boarding wird eingeleitet und irritiert reihe ich mich hinter ein paar zierlichen japanischen „Salary Men“ in Maßanzügen ein. Die zwei Rätselhaften trotten zuletzt heran und postieren sich in gebührendem Abstand zu ihren Vordermännern am Ende der Reihe.

Ein später Anfang – mein Leben in Okazaki

Meine lieben Freunde!

Ich weiß, dieses erste Lebenszeichen kommt reichlich spät. Ich bin jetzt seit einem Monat hier und wie Ihr Euch denken könnt, war ich völlig überwältigt von allem und jedem – nicht dass mich das daran hätte hindern können, Euch auf dem Laufenden zu halten! Tatsächlich war der schnöde Grund meine schiere Unfähigkeit mit dem WordPress Editor umzugehen. Diesen Blog einzurichten hat sich als wesentlich schwieriger herausgestellt als ich dachte ^_^‘ . Wie auch immer, mehrere Recherche-Nächte später kann ich jetzt endlich starten!

Ich habe lange überlegt, welche Form meine Berichte für Euch haben sollten und ich bin zu dem Schluss gekommen, daß ich meiner Nase nach erzähle. Und weil meine Nase sich an Begegnungen mit Menschen orientiert, habe ich entschieden, Euch von den vielen interessanten Menschen zu berichten, die ich hier jeden Tag sehe und spreche. Ich hoffe, ich kann Euch an meinem Alltag teilhaben lassen!

Aber den Anfang macht erst mal Daniel, der mich zum Flughafen begleitete und mit dem ich noch ein paar gemütliche Stunden vor der Panoramascheibe des Frankfurter Flughafens verbrachte, bevor er sich in den Transitzug setzte und davon machte. Der Abschied war seltsam surreal, ich sollte erst viele Stunden später verstehen, daß wir uns tatsächlich verabschiedet hatten und das ich abends nicht wieder neben ihm liegen und mit ihm erzählen würde. Ich war wie benebelt, keine Spur von Aufbruchstimmung oder Vorfreude. Nicht mal Angst vorm Flug. Ich war an einem Flughafen und das war schon aufregend genug. Ich machte mich also auf den Weg zum Abfluggate, passierte die Kontrollen und fand mich im Wartebereich der Japan Airlines wieder. Und hier beginnt er, mein Japan-Reisebericht.

Ein letztes Kaffeekränzchen am Flughafen

Maria‘s Lagerfeuer

Setzt Euch! Es gibt viel zu erzählen.

Meine lieben Freunde! Dieser Blog soll uns ein Lagerfeuer sein!

Ich habe die dicke Pausetaste gedrückt und bin nach Japan geflogen. Für zweieinhalb Monate. Ich möchte Euch auf dem Laufenden halten und das tue ich hier, an meinem digitalen Lagerfeuer. Schreibt mir Kommentare, wenn Ihr Lust habt! Ich würde mich so freuen, von Euch zu hören!

Ich weiß noch nicht so genau wohin es mit diesem Blog gehen soll. Für‘s Erste soll er ein Tagebuch sein, für mich und für Euch. Wer mich kennt, der weiß: Ich hab immer viel zu erzählen, dafür muss ich eigentlich nicht mal meine Straße verlassen. Aber diese Zeit ist besonders. Ich habe von dieser Reise geträumt, viele Jahre lang. Und ich hab sie nicht angetreten, als ich sie am Liebsten gemacht hätte, sondern als ich nicht mehr weiter wusste. Ich habe jede meiner Sorgen, jede Unsicherheit und jedes Schreckgespenst feinsäuberlich gefaltet, in meinem Koffer verstaut und mitgenommen. Ich habe nichts hinter mir gelassen, nichts losgelassen und mit nichts abgeschlossen bevor ich herkam. Hätte ich das versucht, wäre ich niemals ins Flugzeug gestiegen. Ich wäre zu Hause geblieben und hätte mich meinen „Baustellen“ gewidmet. Ich hätte ein ruhiges Gewissen gehabt, schließlich wäre eine Reise wie diese vergeudet gewesen an mich, so wie ich gerade bin: Müde, verzweifelt, rastlos und betäubt. Und ich hätte mir köstliche 4-Gänge Menüs ausgedacht, für meine Dämonen. Jeden Morgen hätte ich sie Ihnen zum Fraß vorgeworfen: Träume, Wünsche, Ziele und ein Schälchen voll magerem Stolz. Aber jetzt sind wir alle hier, ich und meine vielen, gierigen Begleiter. Was ich hier eigentlich mache, kann ich wahrscheinlich erst ganz zum Schluss sagen können. Die meiste Zeit werde ich wohl eher damit verbringen, Wege zu gehen, bis sie sich unter meinem Willen biegen und dabei Steine zur Seite zu schieben, bis ich wieder am Anfang stehe. Wenn ich Glück habe, wird man später vom Mond aus vielleicht einen Condor am Boden erkennen. Aber bis dahin soll uns dieser Blog ein allabendliches Lagerfeuer sein!